Das Märchen von den sehr zufriedenen Zahnpatienten

[Zäher Beitrag, vom 2.1.2015, am 1.2.2016 ans Ende verschoben]

91% sehr zufrieden“ „Zufriedenheits-Durchschnittsnote 1,4“ usw. Darunter geht es scheinbar nicht. Zufriedenheitswerte wie bei Wahlen in „sozialistischen“ Ländern. Hier drei schöne Märchen für Sie:
1.: E r s t e s M ä r c h e n b u c h:
Es war einmal ein Vorstandsvorsitzender der einen gar merkwürdigen Vortrag hielt:
Ich wunderte mich über die erstaunliche Behauptung des Vorstandsvorsitzenden H
err Dr.Eßer von der „KZBV“ (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, und fragte nach. Ich habe die Namen der weiteren KZBV-Mitarbeiter für diesen Beitrag ersetzt: Die Mitarbeiterin der Presseabteilung nenne ich „MPA“ und deren Leiter „LPA“) Dr.Eßer sagte also am 1.12.2014 bei seiner Rede bei der Pressekonferenz des Patientenbeauftragten: Die Patienten in Deutschland haben einer Reihe von Umfragen zufolge eine sehr hohe Zufriedenheit mit ihrer individuellen zahnmedizinischen Versorgung. Zahnärzte belegen vor allen anderen Facharztgruppen den Spitzenplatz in der Patientenzufriedenheit.“ . Ich fragte bei der KZBV nach und erhielt eine verblüffende Antwort: Aber im Einzelnen: Auf der Website sieht sein Zitat so ausesserkzbv Hier der Link zu dieser ganzen Rede: http://patientenbeauftragter.de/images/dokumente_version1/pk20141201_esser.pdf
Ich fragte daraufhin bei der KZBV nach welche „Reihe von Umfragen“ das sei, und erhielt von MPA als Antwort: „Jameda“. Bei Jameda kann der Arzt sich jedoch solange selbst bewerten bis er seine Wunschnote hat. Auf meine weiteren Nachfragen nannte dann LPA mir eine einzige Umfrage, dann war Schluß, trotz meiner Nachfragen. Die KZBV blieb also die angebliche „Reihe von Umfragen“ schuldig. Ich hatte wohl zuviel verlangt dafür daß ich „nur Patient“ bin, siehe weiter Unten (Email 8.1.) die diesbezügliche Nachfrage des LPA an mich, dort von mir rot hervorgehoben.
Eine Umfrage ist keine „Reihe“. Würde man Jameda fälschlicherweise mitzählen, wäre Das immernoch keine Reihe. Bei mir fängt eine „Reihe“ allerfrühestens bei Drei an.
Ich recherchierte dann weiter. Im Wesentlichen sind das Umfragen die zB von Adressverlagen in Auftrag gegeben werden. Die davon leben, daß die -von ihnen so positiv dargestellten- Zahnärzte dann bei den Adressverlagen/Onlineverzeichnissen Anzeigenplatz buchen. Also Werbeanzeigen kaufen. Oder Umfragen, die von Dentalfirmen selbst in Auftrag gegeben werden. Sollten Sie liebe(r) Leser(in) einen Link zu einer glaubwürdigen Umfrage haben, so posten Sie den Hier als Kommentar. Es existiert stets die erhebliche Versuchung einer Ergebnismanipulation(Bögen falsch auszählen) um dem Auftraggeber gewünschte Ergebnisse zu liefern. Damit der zB weitere Umfrage-Aufträge erteilt.

Es folgt meine Oben erwähnte Korrespondenz mit der KZBV:
VON UNTEN NACH OBEN LESEN
Gesendet: Dienstag, 20. Januar 2015 um 10:13 Uhr
Von: „LPA“ <….@kzbv.de>
An: „W.Steffens“ <….fensberlin@web.de>
Cc: „MPA“ <…..@kzbv.de>,…………….
Betreff: Antwort: Warum wurde denn das PDF noch nicht korrigiert? Fw: Aw: Antwort: Antwort: WG: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer

Sehr geehrter Herr Steffens,
ich verweise auf unsere vorherigen Antworten und betrachte den Vorgang damit als abgeschlossen.
(Rot von Steffens)
Mit freundlichen Grüßen
….
Pressesprecher
Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
Behrenstraße 42
D-10117 Berlin
Tel.: 030-28 01 79 28
Fax: 030-28 01 79 21
…..@kzbv.de
www.kzbv.de

(Hinweis von W.Steffens für diesen Blog: Ich fragte nicht nochmal nach)

 

 

 

Von:        „W.Steffens“< xxxxfensberlin@web.de>
An:        „LPA“< …..@kzbv.de>
Kopie:        …..@kzbv.de
Datum:        19.01.2015 22:09
Betreff:        Warum wurde denn das PDF noch nicht korrigiert?  Fw: Aw: Antwort:  Antwort: WG:  Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer


Sehr geehrte MPA, sehr geehrter LPA,
leider erhielt ich keinerlei Antwort auf meine Mail v. 10.1. (s.U.)
Eine Umfrage und Jameda sind keine „Reihe von Umfragen“, sondern sind noch nichtmal zwei Umfragen. Denn jeder Arzt könnte sich bei Jameda sosoft selbst bewerten bis er die gewünschte Note hat. Warum hat die KZBV keine Korrektur des .pdf veranlaßt?
Mit freundlichem Gruß W.Steffens

 

 

Gesendet: Samstag, 10. Januar 2015 um 07:18 Uhr
Von: „W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
An: „LPA“ <…..@kzbv.de>
Cc: „MPA“ <…..@kzbv.de
Betreff: Aw: Antwort: Antwort: WG: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer
Sehr geehrte MPA, sehr geehrter LPA,
danke für die Antwort.
Dann gibt es die behauptete „Reihe von Umfragen“ also garnicht.
(Jameda ist ja ausschließlich die Patientenbewertungen, die dortigen „Barometer“ basieren auch lediglich darauf)
Mit freundlichem Gruß, W.Steffens

 

 


Gesendet: Donnerstag, 08. Januar 2015 um 14:53 Uhr
Von: „LPA“ <…..@kzbv.de>
An: „W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
Cc: „MPA“ <…..@kzbv.de>, ……………
Betreff:
Antwort: Aw: Antwort: WG: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer
Sehr geehrter Herr Steffens,
dann schicke ich Ihnen hier noch einen weiteren Link in dieser Sache, der für Sie ggf. ebenfalls von Interesse ist.

http://www.kzbv.de/23-01-2012.665.de.html
[Hinweis Steffens: Eine Umfrage findet man dort nicht. Man muß unten auf der Seite auf den Link zur IDZ , dem „Informationsdienst des Instituts der deutschen Zahnärzte“. Dann auf der IDZ-Webseite auf „IDZ-Informationen“, dort dann nach „1/2012“ suchen. Dort findet man die vom LPA sicher gemeinte Allensbach-Studie vom April/Mai 2011, erstellt im Auftrag des IDZ:
http://www3.idz-koeln.de/idzpubl3.nsf/7e45a819c635ced4c125733700365704/5207e25693c6393ec125798e00326aa3/$FILE/IDZ_0112_web.pdf
Meine kurze Kritik dieser Arzt Umfragen und auch konkret dieser Allensbachstudie finden Sie Unten hinter meiner Emailkorrespondenz mit der KZBV. Ende Hinweis Steffens]  Auf der Webseite von jameda sind zudem ja mehrere entsprechende Umfragen und Ergebnisse publiziert.
Ich hoffe, das hilft weiter.
Mit freundlichen Grüßen LPA

…..
Pressesprecher
Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
Behrenstraße 42
D-10117 Berlin
Tel.: 030-28 01 79 28
Fax: 030-28 01 79 21
…..@kzbv.de

www.kzbv.de


Von:        
„W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
An:        
„LPA“ <…..@kzbv.de>
Datum:        
08.01.2015 14:06
Betreff:        
Aw: Antwort: WG:  Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer
Sehr geehrter LPA, ich war nach dem Lesen der Rede (auf der Website des Patientenbeauftragten) mehr als verwundert, da meine Erfahrungen mit etlichen berliner Zahnärzten ausschließlich sehr negativ sind. Diese Umfragen interessieren mich entsprechend stark. Mit freundlichem Gruß, W.Steffens

 

 

Gesendet: Donnerstag, 08. Januar 2015 um 09:20 Uhr
Von: „LPA“ <…..@kzbv.de>
An: xxxxfensberlin@web.de
Cc: „MPA“ <…..@kzbv.de>, ………………………………………..
Betreff: Antwort: WG: Aw: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer
Sehr geehrter Herr Steffens,
vielen Dank für Ihre erneute Anfrage.
Verraten Sie uns bitte zunächst den Hintergrund Ihrer Recherche?
(Rot von Steffens)
Mit freundlichen Grüßen LPA

…..
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Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Tel.: 030-28 01 79 28
Fax: 030-28 01 79 21
…..@kzbv.de
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Von:        
KZBV Presse/KZBV/DE
An:        LPA
/KZBV/DE@KZBV
Datum:        
08.01.2015 09:08
Betreff:        
WG: Aw: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer
Gesendet von:        MPA

—– Weitergeleitet von MPA/KZBV/DE am 08.01.2015 09:08 —–

Von:        
„W:Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
An:        
„KZBV Presse“ <Presse@kzbv.de>
Datum:        
07.01.2015 12:56
Betreff:        
Aw: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer



Sehr geehrte MPA, danke für Ihre Antwort.
Hr.Dr.Eßer schrieb jedoch von „einer Reihe von Umfragen“ .
Ihre Antwort nennt ausschließlich jameda.de, sowohl Ihr Auszug als auch Ihr Link. Zitat aus dem Link: „Basis der Auswertungen sind die Bewertungen auf jameda.“

Worauf beziehen sich Dr.Eßers Äußerungen denn noch?
Mit freundlichem Gruß W.Steffens (Adresse)

 



Gesendet: Dienstag, 06. Januar 2015 um 11:23 Uhr
Von: „KZBV Presse“ <Presse@kzbv.de>
An: „W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
Betreff: Antwort: Anfrage an Hr.Dr.Eßer
Sehr geehrter Herr Steffens,
die von Ihnen erwähnten Äußerungen von Herrn Dr. Eßer zur Patientenzufriedenheit beziehen sich u.a. auf verschiedene Patientenbarometer des Arztbewertungsportals jameda.de. Beigefügt übermitteln wir Ihnen einen entsprechenden Auszug. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier: http://www.jameda.de/presse/patientenstudien/studien.php?which=3

Mit freundlichen Grüßen
i. A. MPA
…..
Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
Behrenstraße 42
10117 Berlin

Tel. 030 28 01 79-27
Fax 030 28 01 79-21
kzbv.presse@kzbv.de
www.kzbv.de


ERSTE MAIL:
Von:        
„W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
An:        
post@kzbv.de
Kopie:        
presse@kzbv.de
Datum:        
27.12.2014 05:56
Betreff:        
Anfrage an Hr.Dr.Eßer


An den Vorstandsvorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung
Sehr geehrter Herr Dr.Eßer,
Sie hielten am 1.12.2014 bei der Pressekonferenz des Patientenbeauftragten der Bundesregierung einen Vortrag,
Zitat: „Die Patienten in Deutschland haben einer Reihe von Umfragen zufolge eine sehr hohe Zufriedenheit mit ihrer individuellen zahnmedizinischen Versorgung. Zahnärzte belegen vor allen anderen Facharztgruppen den Spitzenplatz in der Patientenzufriedenheit. „
Können Sie mir bitte mitteilen um welche Umfragen es sich dabei handelt?
Mit freundlichem Gruß W.Steffens (Anschrift)

NUN UNTER „A“ ZU DEM VON LPA GEPOSTETEN LINK,UND ALLGEMEIN ZU DIESER ART UMFRAGEN. UND UNTER „B“ ZU DER DORT ZU FINDENDEN IDZ-UMFRAGE:

A) Im an mich gepostete Link (hier nochmal: http://www.kzbv.de/23-01-2012.665.de.html) ist zu lesen:

– Es schreibt dort Dr.Feddersen, Vorstandsvorsitzender der KZBV: „Schließlich können Versicherte eine ganze Reihe von Versorgungsparametern gut einschätzen, z.B. schnelle Terminvergabe und geringe Wartezeit, freundliches Personal, ausführliche Beratung, schmerzfreie Behandlung und eine dauerhafte Beschwerdefreiheit danach.“

Versicherte“ können demnach „Beschwerdefreiheit“ „gut einschätzen“? Tatsächlich wird häufig von Ärzten das Gegenteil behauptet: Patienten die über Dauerschmerzen klagen werden irgendwann als nervenkrank oder psychischkrank hingestellt. Damit Die medizinisch und rechtlich „entsorgt“ sind. (Lesen Sie dazu den Erfahrungsbericht einer Blogbesucherin in „Implantate…“ /2014) .

– Welchen Sinn macht der dortige Satz: „87 Prozent haben angegeben, ‚großes Vertrauen‘ in ihren Zahnarzt zu haben“?
Befragte würden einen ZA dem sie nicht vertrauen, garnicht als „ihren“ Zahnarzt bezeichnen. Vertraut der Patient nicht, geht er garnicht zum Zahnarzt bzw. erst wenn er Schmerzen hat. (Und taucht also in der Umfrage garnicht auf? Weil er keinen Zahnarzt zum Bewerten hat…) Der Satz mit den „87%“ ist also in weiten Teilen sinnfrei.

– „Die Erhebung wurde im April/Mai 2011 vom Institut für Demoskopie Allensbach in Zusammenarbeit mit dem IDZ durchgeführt.“ Also Allensbach war nicht Umfrageersteller, sondern es wurde mit der IDZ zusammen erhoben?! Die IDZ, also „die Zahnärzte selbst“ sammelten die Bögen ein und zählten aus wie gut sie selbst sind, oder wie habe ich mir Das vorzustellen? Das erinnert mich an eine Textstelle aus einer anderen IDZ-Patientenzufriedenheitsumfrage: „…schriftliche Befragung in Leipziger Zahnarztpraxen statt….Dazu wurden 32 Zahnarztpraxen per Listenauswahl kontaktiert, wovon sechs Praxen mit 20–30 Fällen/Praxis in die Stichprobe gelangten. Bei der anschließenden Befragung in den Wartezimmern wurden 160 Patienten befragt….“ (http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/idz/IDZ_0311_web_01.pdf)

Grundsätzlich: Welches Umfrageergebnis kommt wohl dabei raus, wenn eine Berufsgruppe Kundenzufriedenheitsstudien selbst anfertigen läßt und bezahlt, um sie dann als Eigenwerbung zu präsentieren? (siehe auch: Drittes Märchenbuch: „gelbe Seiten“) Wie waren die Teilnehmer/ die befragten Patienten in Deutschland verteilt? Pfusch und Straftaten sind besonders im Schutze der Anonymität der Großstädte verbreitet, naturgemäß auch bei Ärzten. Wie war die soziale Verteilung unter den Befragten? Wurde auf einen korrekten Anteil der sozial Schwächsten geachtet? Denn die werden m.E. am schlechtesten behandelt (Beitrag „Arztpraxis…“ ../2014) Wer zählte die Ergebnisse aus? Waren diese Auszähler neutral? Wurde Sorge getragen daß bis zur Ermittlung der Endergebnisse keine Verfälschungen stattfanden? Galt zumindest ein 4-Augen-Prinzip? Waren Vertreter der Krankenversicherungen dabei?(Natürlich nicht)

Wie flossen die Meinungen Jener ein, die „mit den ZÄ fertig sind“ (Bzw. tauchen Jene die -überwiegend aus Enttäuschung usw.- nie zum ZA gehen in der Umfrage überhaupt auf? Welchen ZA sollten die bewerten?)

Kritische Patienten beantworten eine Umfrage des als konservativ geltenden Allensbach-Institutes garnicht weil sie nicht in ausreichende Neutralität vertrauen. Konnten die Befragten auf anonyme Auswertung vertrauen und antworteten also freimütig? Angeblich sei die Umfrage erfolgt im Rahmen einer für Deutschland repräsentativen Bevölkerungsstichprobe“(Zitat aus dem direkten Umfragelink) Problem: Wer macht bei solch einer Umfrage mit? Konservative Leute, Leute mit Langeweile, Leute die sich über diesen sozialen Kontakt freuen? Leute die sich fügen, keine Ärger machen, unkritisch sind? Leute die Autoritäten nicht hinterfragen? Das sind jene die ihrem Arzt glauben und vertrauen, könnte man denken, jedenfalls ist das mit der angeblichen „Repräsentativität“ so eine Sache….

Bei den Befragungen zur „Zahnärztlichen Leistung“ geht es -soweit ich bisher sehe- i.d.R. in erster Linie um „Freundlichkeit“, „Einfühlungsvermögen“. „Person des Zahnarztes“. Zahnmedizinisch letztlich belanglos. Daraus entstehendes Vertrauen kann auch mißbraucht werden. Man spricht prinzipiell in allen Umfragen dem Pat. die Fähigkeit ab, die eigentliche zahnmedizinische Leistung beurteilen zu können. Vertritt man diesen Standpunkt sollte man entweder auf derartige Umfragen verzichten oder sie zumindest nicht weiterhin dazu mißbrauchen, eine hohe Behandlungsqualität zu suggerieren. Ein informierter Patient kann übrigens sehr wohl teilweise die Qualität beurteilen, insbesondere wenn deutliche Fehler stattfanden. Ich selbst weise in diesem Blog diverse Fehler meiner ehemaligen Zahnärztin S(2009) auf, und bin dazu imstande weil mich wiederholt Kollegen auf Fehler der S hinwiesen, oder Gutachter. (Fehler der S in diesem Blog zB in: „Zahnarztpfusch…“/Brücke , „Zahnärzte zerstören…“/Zahn 25, „Beschwerdeverfahren Zahnärztekammer…“/Zahn 27 usw.)

Am ehesten würde ich von Krankenversicherungen durchgeführte Studien für glaubwürdig halten, denn Die stehen zwischen Arzt und Patient. Einerseits wollen Krankenkassen Arztfehler (=Kosten) reduzieren. Haben jedoch kein Interesse daran, Ärzte fälschlicherweise in ein schlechtes Licht zu stellen. Denn Folge wären unnötig verunsicherte Patienten, was Patienten zu Doppeluntersuchungen, Gutachtenanträgen usw. motivieren würde (=Kosten)

 

B) Hier meine kurze Kritik der konkreten Studienergebnisse der Allensbachstudie 2011 Micheelis/Süßlin(Einiges ja schon unter „A“), nochmal der Link zur Studie: http://www3.idz-koeln.de/idzpubl3.nsf/7e45a819c635ced4c125733700365704/5207e25693c6393ec125798e00326aa3/$FILE/IDZ_0112_web.pdf

FOLGT SPÄTER
Ende erstes Märchenbuch.

(Danke an Rita für den Hinweis erstes Märchenbuch!)

 

2.  Z w e i t e s M ä r c h e n b u c h: (kurz und knackig)
Auf meine wiederholten Anfragen betreffs der Spitzenwerte in seiner Zahnarztzufriedenheitsstudie erhielt ich aus dem Sekretariat eines Augsburger Professors(Studienleiters) eine unsinnige Antwort, weiter Unten in rot. Auf zwei weitere Nachfragen dann garkeine Antwort mehr:

VON UNTEN NACH OBEN LESEN:

Gesendet: Sonntag, 08. Februar 2015 um 08:09 Uhr
Von: „W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
An: „X.B…“ <x.b…@prof-riegl.de>
Betreff: Fw: Aw: Ihre Mails an Herrn Prof. Riegl

Sehr geehrte Frau B…, ich hätte gern zumindest kurze Antworten auf meine Fragen(s.U., von mir jetzt unterstrichen) Mit freundlichem Gruß W.Steffens

(Keinerlei Antwort mehr erhalten)

 

 

Gesendet: Dienstag, 03. Februar 2015 um 11:46 Uhr
Von: „W.Steffens“ <xxxxfensberlin@web.de>
An: „X.B…“ <x.b…@prof-riegl.de>
Betreff: Aw: Ihre Mails an Herrn Prof. Riegl

Sehr geehrte Frau B…, Sie irren sich-das war nicht meine Frage. Mit freundlichem Gruß W.Steffens

 

 

 

Gesendet: Dienstag, 03. Februar 2015 um 10:51 Uhr
Von: „X.B…“ <x.b…@prof-riegl.de>
An: xxxxfensberlin@web.de
Betreff: Ihre Mails an Herrn Prof. Riegl

Sehr geehrter Herr Steffens,
Herr Prof. Riegl hat mich gebeten Ihnen für Ihre Mails zu danken.
Unser Institut darf aus Datenschutzgründen keine Zahnärzte in Berlin
für Patienten empfehlen.
( Von mir rot hervorgehoben. Danach hatte ich garnicht gefragt)
Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen

X.B… (Dipl.-Betriebswirtin FH)
Institut für Management im Gesundheitsdienst
Prof. Riegl & Partner GmbH – PR. & P.
Provinostrasse 11
86153 Augsburg

…..

 

Gesendet: Montag, 02. Februar 2015 um 07:07 Uhr
Von: „W.Steffens“ <….fensberlin@web.de>
An: Prof.Riegl@hs-augsburg.de
Betreff: Nachfrage: Ihre Patientenstudie (Zahnarztzufriedenheit)
> Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Riegl,
> leider erhielt ich noch keine Antwort. Und
wer veranlaßte und
> finanzierte Ihre Studie?

> Mit freundlichem Gruß, W.Steffens (Adresse)

ERSTE MAIL
> *Gesendet:* Mittwoch, 21. Januar 2015 um 13:41 Uhr
> *Von:* „W.Steffens“ <…fensberlin@web.de>
> *An:* Prof.Riegl@hs-augsburg.de
> *Betreff:* Verständnisfrage zu Ihrer Patientenstudie
> (Zahnarztzufriedenheit)
> Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Riegl,
> ich wurde aufmerksam auf Ihre Studie auf:
https://idw-online.de/de/news388024
> „In einer aktuellen Qualitäts- und Zufriedenheitsmessung erzielen
> Zahnärzte mit einem Notendurchschnitt von 1,5 einen Spitzenruf bei
> Patienten“
> „Zu diesen Feststellungen kommt eine neue Imagestudie über
> Zahnärzte, die jetzt von Prof. Dr. Gerhard Riegl, Marketingdozent an
> der Hochschule Augsburg und wissenschaftlicher Leiter der
> Patientenforschung mit 60.000 Befragten über mehrere Jahre auf der
> Basis von Benchmarking-Analysen mit 1.000 Praxen, als Ideen- und
> Zukunftswerk für Zahnmediziner vorgelegt wurde“.
> Mich würde als Patient interessieren wie die Befragung ablief da
> meine Erfahrungen deutlich negativer sind. Wie muß ich mir diese
> „Benchmarking-Analysen“ vorstellen?
Wer wurde befragt, wie und wo?
>
Haben Sie dazu einen Link?
> Vielen Dank für Ihre Auskunft, mit freundlichem Gruß, W.> (Adresse)
>

Falls ich irgendwie an die Umfrage des Augsburger Prof. komme werde ich Hier noch was dazu schreiben. Ende Zweites Märchenbuch.

 

 

3.  D r i t t e s M ä r c h e n b u c h:

Ein Adresshändler veranlaßt eine Zahnarztzufriedenheitsstudien lt. derer die Patienten superzufrieden sind. Der Adreßhändler lebt davon daß ZÄ bei ihm Anzeigenplatz buchen. Das scheint für den Adreßhändler kein Problem, Forsa selbst antwortet auf Nachfragen zur Studie garnicht.

 

VON UNTEN NACH OBEN LESEN:
Gesendet: Dienstag, 27. Januar 2015 um 14:48 Uhr
Von: „W.Steffens“ <…fensberlin@web.de>
An: „m…, x“ x.m….@gelbeseitenmarketing.de>
Cc: x.t…@ffpr.de
Betreff: Aw: Ihre Anfrage vom 21. Januar

Sehr geehrte Frau M…, sehr geehrter Herr T….., vielen Dank für Ihre Antwort. Ich halte es generell für problematisch, daß gelbeseitenmarketing(lebt davon, daß Dienstleister dort Anzeigenplatz kaufen) eine Dienstleisterzufriedenheitsstudie anfertigen lassen.
Denkbar: Mit dem postiven Ergebnis werben die Dienstleister, als Dankeschön kaufen die dann Anzeigenplatz bei gelbeseitenmarketing.
Kommt was Negatives raus, werden Studien das nächste Mal bei einem anderen Marketingunternehmen in Auftrag gegeben, und dort der Anzeigenplatz gekauft. Die Unabhängigkeit der Umfrage ist also nicht gewährleistet.
(rot für diesen Blog)
Außerdem sind Umfragen wie Ihre, bei denen „Freundlichkeit“, „Wartezeit“, „Wartezimmerentertainment“ etc. gleich punkten wie die Behandlungsqualität fragwürdig. [Ergänzung im Februar: Es ist noch schlimmer denn die eigentliche Behandlungsqualität punktet ja bei den meisten Umfragen offenbar garnicht] So kann auch ein sehr schlecht behandelnder Arzt auf eine Note im Einserbereich kommen.

Mit freundlichem Gruß, W.Steffens 

(Hinweis von W.Steffens für diesen Blog: Weder von gelbeseitenmarketing.de noch von ffprd.de weitere Antwort erhalten)

 

 

 

Gesendet: Dienstag, 27. Januar 2015 um 11:00 Uhr
Von: „m…..“ <x.m…..@gelbeseitenmarketing.de>
An: „W.Steffens“ <…fensberlin@web.de>
Betreff: Ihre Anfrage vom 21. Januar

Sehr geehrter Herr Steffens,
vielen Dank für Ihre Anfragen, die ich gerne beantworten möchte. Herr T, Berater unserer PR-Agentur Fink & Fuchs, hat bereits Kontakt zu Ihnen aufgenommen
[Dessen inhaltsgleiche Antwort lasse ich hier weg] Die forsa-Umfrage ist eine repräsentative Befragung, die von Gelbe Seiten in Auftrag gegeben wurde. Ziel war es, eine Befragung zur Suche und Zufriedenheit mit Dienstleistern durchzuführen. In der Zeit vom 22. Juli bis 1. August 2014 hat forsa insgesamt 2.014 Personen mithilfe des bevölkerungsrepräsentativen Befragungspanels forsa.omninet befragt. Die Befragten wurden mithilfe eines systematischen Zufallsverfahrens ausgewählt und stellen einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung in Deutschland dar.
Die Ergebnisse aus 2014 ist nahezu deckungsgleich mit den aus dem Jahr 2012: Die Erfahrung, die die Befragten mit einem Zahnarzt bzw. einem Zahnimplantologen gemacht haben, wird sehr positiv bewertet. Die Befragten vergaben im Durchschnitt in der Kategorie „Gesamteindruck“ die Note 1,7. Die Freundlichkeit der Zahnärzte bzw. Zahnimplantologen bewerteten die Befragten mit sehr gut (1,4). Für die Kategorie „Preis“ vergaben die Befragten lediglich die Note 2,3.  Es ist schade, dass Sie eine gegenteilige Erfahrung machen mussten.
Mit besten Grüßen Ihre X… M… Public Relations & Social Media Managerin –

 ——————————————————–

Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH Werfthaus Speicherstraße 55 60327 Frankfurt am Main

 

 

Von: W.Steffens [mailto:…fensberlin@web.de]
Gesendet: Dienstag, 27. Januar 2015 08:52
An: Pressestelle Gelbe Seiten Marketing GmbH
Betreff: Nachfrage: Ihre forsa-Umfrage patientenzufriedenheit beim Zahnarzt

An gelbeseitenmarketing.de
Sehr geehrte Damen und Herren, leider sendeten Sie mir noch keine Antwort, ich habe dafür jetzt bei Forsa direkt nachgefragt.
[Hier für den Blog meine Anfrage an Forsa: Dort am 24.1. und 9.2. angefragt, keinerlei Antwort. Hier meine Forsaanfrage vom 24.1.:
Gesendet: Samstag, 24. Januar 2015 um 10:43 Uhr
Von
: „W.Steffens“ <…fensberlin@web.de> An: info@forsa.de
Betreff: Frage zur Forsa-Umfrage 2014 (Patientenzufriedenheit beim Zahnarzt)

Sehr geehrter Damen und Herren von forsa, ich beziehe mich auf den Bericht auf: http://www.gelbeseitenmarketing.de/sites/default/files/reports/20140924_Zahngesundheit.pdf

„Frankfurt am Main, 24. September 2014… eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts forsa im Auftrag von Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH unter 2.014 Teilnehmern zeigt….Zahnärzte erhalten sehr gute Noten Die Patienten in Deutschland sind mit der Leistung ihrer Zahnärzte außerdem sehr zufrieden, wie die Ergebnisse der Befragung belegen. Insgesamt bewerten sie ihre Erfahrung in den vergangenen zwei Jahren mit der Note 1,7…“ Mich würde als Patient interessieren wie die Befragung ablief da meine Erfahrungen ganz eindeutig negativer sind. Wer wurde befragt und wie waren die sonstigen Umstände Ihrer Befragung? Wer war Auftraggeber der Umfrage? Könnten Sie mir die Umfrage und das Ergebnis als .pdf zur Verfügung stellen, bitte? Vielen Dank, mit freundlichem Gruß, W.Steffens(Adresse)
Wie gesagt: am 9.2. erneut bei Forsa angefragt, ebenfalls ohne Antwort. Nun aber weiter meine Mail an gelbeseitenmarketing.de: ] Denoch möchte ich an Sie nachfragen: Was veranlaßte Sie, eine Studie zur Patientenzufriedenheit in Auftrag zu geben?
Mit freundlichem Gruß, W.Steffens

 

ERSTE MAIL:
Gesendet: Mittwoch, 21. Januar 2015 um 18:09 Uhr
Von: „W.Steffens“ <…fensberlin@web.de>
An: presse@gelbeseitenmarketing.de
Betreff: Ihre forsa-Umfrage patientenzufriedenheit beim Zahnarzt

Sehr geehrter Damen und Herren,
ich wurde aufmerksam auf die von Ihnen veranlaßte Forsastudie auf:
http://www.gelbeseitenmarketing.de/sites/default/files/reports/20140924_Zahngesundheit.pdf

„Forsa-Studie: …... Patienten sind zufrieden und vergeben sehr gute Noten“  … wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts forsa im Auftrag von Gelbe Seiten Marketing….. zeigt….Die Patienten in Deutschland sind mit der Leistung ihrer Zahnärzte außerdem sehr zufrieden, wie die Ergebnisse der Befragung belegen. Insgesamt bewerten sie ihre Erfahrung in den vergangenen zwei Jahren mit der Note 1,7.“

Mich würde als Patient interessieren wie die Befragung ablief da meine Erfahrungen deutlich negativer sind. Wer wurde denn befragt, haben Sie dazu einen Link?

Vielen Dank für Ihre Auskunft, mit freundlichem Gruß, W.Steffens (Adresse)

 

Falls ich irgendwie an die Forsa-Umfrage komme werde ich noch Was dazu schreiben.(Ende drittes Märchenbuch)


FAZIT: Diese Art „Umfragen“ und deren Instrumentalisierung durch Standesvertreter werfen die Frage auf:
Ist das allgemeine Ansehen der Zahnärzte mittlerweile derart schlecht, daß es durch fragwürdige Umfragen aufpoliert werden muß? (Durch das Internet wird Transparenz geschaffen. Niemand erfuhr vor dem „Internetzeitalter“ von Behandlungsfehlern oder Behandlungsmängeln, wenn nicht ein Journalist darüber schrieb oder man selbst was erlitt, oder im eigenen sozialen Umfeld was hörte. Siehe auch Beitrag „Auswirkungen der Digitalisierung…..“ /2014) Will man das Zahnarztansehen steigern, wäre der direkte und einzig ehrliche Weg: Qualitätssteigerung in der Zahnarztpraxis. Stattdessen wirft die IDZ(also im Ergebnis alle Zahnärzte) lieber Geld aus dem Fenster für Umfragen, um mit den Ergebnissen der Öffentlichkeit was weiszumachen was nicht ist. Das ist keine ärztliche Haltung.

Lesen Sie zum Thema auch: „Arztbewertungsportale…“(10/2014)
Um den Umgang der KZVen mit Patienten geht es auch in „KZV-Patientenberatung…“(1/2015)

.und wenn sie nicht die Qualität gesteigert haben dann machen Sie noch Heute Umfragen mit sensationellen Zufriedenheitswerten. Ende des Märchens.

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