Wie kann der Arzt im Berufsalltag Arzt und Mensch bleiben?

Ich versuche auch in diesem Beitrag, die offenkundig verbreiteten ärztlichen Körperverletzungsstraftaten zu erklären. Wie wirkt sich die langjährige tägliche Konfrontation mit Krankheit, Schmerz und Tod aus? Macht Das zwangsläufig unsensibel(Abstumpfung)? Kann man als Arzt seelisch gesund bleiben? Vermutlich nur wenn man sich regelmäßig unter professioneller Anleitung austauscht, oder privat Menschen hat die immer helfend zur Seite stehen. Einer Patientin mitteilen daß die endlich ihr ersehntes Baby bekommt und wenige Augenblicke danach einem Patienten dessen unheilbare Krebserkrankung. Ständig neue, fremde, oft von Erkrankungen negative Patienten. Von denen Jeder volle Aufmerksamkeit, Sachkenntnis, Hilfe und Mitgefühl erwartet. Wer kriegt welche Leistungen? Der Arzt gewährt nach Belieben Hilfe, er teilt zu: Der Rahmen in dem er Leistungen gewähren oder verweigern kann ist äußerst dehnbar.
Der Arzt nimmt Schmerzen und rettet Menschenleben. Tote sieht er schon im Studiums zigfach. Hat ein Chirurg nachdem er hunderte Male einen Bauchraum öffnete noch denselben Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit wie ehemals?

Können Fähigkeiten und o.g. Verdienste Allmachtsgefühle wecken? Hebt ein Arzt ab, wenn nicht gegengesteuert wird? Findet ein abgehobener Arzt Selbstrechtfertigungen für eigene Straftaten? „Ich tue soviel Gutes im Beruf – es ist nicht schlimm wenn ich Hier beschädige denn ich habe dafür einen guten Grund.“
Die meisten Ärzte stellen einen hohen Anspruch an die Qualität ihrer Arbeit(…oder lasse ich mich vielmehr immernoch täuschen?) Wollen diese Ärzte nicht wahrhaben daß es naturgemäß auch Gestörte und Straftäter in ihren Reihen gibt, zB Zahn„ärzte“ die selbst einen Arzt bräuchten: „Hab keine Lust mir für diesen Patienten die Arbeit zu machen. Ist doch nicht mein Problem was aus dem wird. Der kann doch Anderswo hingen. Und wenn nicht – selber schuld. Mir doch egal. Merkt doch keiner. Machen die Anderen doch auch.“ Derartiges Verhalten ist für korrekte Ärzte derart unvereinbar mit dem eigenen Selbstbild, daß vermutlich Kollegenfehler auch deshalb auf Gedeih und Verderb vertuscht werden, nach dem Motto: „Es kann nicht sein was nicht sein darf“ oder “Was sollen bloß die Patienten von Uns denken“? (Zum Problem umfangreich im Beitrag 2/2014: „Arztpraxis…“) Das Vertuschen unter Ärzten ist verbreiteter als in fast allen anderen Berufsgruppen (Dokumentarfilm: „Die Totschweiger“)

Vorsätzliche Körperverletzung durch einen Arztkollegen ist eine Schande. Man sollte erwarten daß jeder normale Arzt aufs Energischste dagegen vorgeht (im Wissen, was für weitreichende fürchterliche Möglichkeiten ein krimineller Arzt hat) bzw. daß der einem Opfer jede erdenkliche Hilfe zuteil werden läßt. Tatsächlich wird aber das Opfer daß eine Straftat vorwirft als Schande empfunden.

Eine Sinnlos-OP(oder absichtlich falsche Zahnbehandlungen, Beitrag 1/2014 „Zahnarztpfusch“), auch wenn die im harmlosesten Falle des Geldes wegen erfolgte, ist verwerflicher als eine aus dem Nichts heraus entstandene Körperverletzung unter Fremden nachts auf der Straße, weil geplant und ausgeführt durch Menschen die fürs Heilen ausgebildet wurden, an Menschen die sich hilfesuchend anvertrauten. In der „Welt am Sonntag“/WamS las ich am 21.9.2014 „Riskante Eingriffe“: Eine Mandel-OP sei ein gefährlicher Eingriff mit hohen Risiko. Würde jemand auf der Straße einem Fremden Wunden zufügen, und würde der Täter die anschließend versorgen, würde Das dennoch garantiert nicht akzeptiert werden.Warum dulden andere Ärzte und Aufsichtsbehörden, daß Ärzte offenbar massenhaft unnötige OP`s machen? ZB lt. folgender Statistik aus der „Berliner Zeitung“ vom 14.9.2014. Die großen OP-Zahlenunterschiede von Stadt zu Stadt, bei verschiedendsten Operationen, lassen sich nicht medizinisch rechtfertigen: opvertlgbl Div. ähnliche Statistiken kennen Sie vermutlich selbst.

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