KZV Patientenberatung: Bericht

(„KZV“ = Kassenzahnärztliche Vereinigung)   Der Unterhaltungswert dieses Beitrages ist größer als sein Informationsgehalt, nur eine kleine „Innenansicht“ in die dortige Patientenberatung. Wohl nirgendwo sonst bei mittelständischen Betrieben haben die Internet-Auftritte sowenig mit der Realität zu tun wie bei vielen Zahnärzten. Dazu paßt, daß das Foto der Mutter mit dem Kleinkind, das die Besucher auf www.kzv-berlin.de begrüßt, im Internet gekauft wurde:   Kann man wenn man (nach der Statistik) 3500 Spitzenverdiener vertritt, sich nicht die Mühe machen, eine tatsächliche glückliche berliner Zahnpatientin zu fotografieren?
Die KZV-Berlin hat einen „Sicherstellungsauftrag“ der zahnärztlichen Versorgung.kzvberlinaufgabenWird sie diesem Auftrag gerecht?

Folgendes Telefonat führte ich an einem Montagmorgen um 9.15h mit der KZV-Berlin. (Sprechzeit war ab 9h, Gespräch nach Telefonatende aus dem Gedächtnis aufgeschrieben) Ich rief also an, am Telefon meldete sich eine Mitarbeiterin mit ihrem Namen, im Chefton.

„Ja Steffens Guten Tag ich möchte gern einen Termin für eine persönliche Beratung vereinbaren“. Unwillig/leicht empört: „Wieso was ist denn?“ „Es geht um eine Reihe von falschen Behandlungen“ „Wer sagt Das?“ „Verschiedene Gutachten“ „Und was sagen die worum geht es da?“ „Es wurde…“ (Mitarbeiterin hüstelt) „…zum Beispiel eine Brücke…“ „Von wann ist Die?“ „2012. …falsch eingesetzt. Da gibt es ein Mängelgutachten daß die neugefertigt werden muß.“ „Ja dann wissen Sie doch schon. Was sollen wir dann noch?“ „Es wurden unter Anderem Kronen und Wurzelbehandlungen und eine Wurzelspitzenresektion falsch gemacht.“ „Und das sagt auch der Gutachter?“ „Nein aber die Wurzelbehandlung an Zahn 25 wurde direkt danach von einem anderen Zahnarzt neugemacht also Das geht daraus hervor. Und die Wurzelspitzenresektion wurde auch völlig falsch gemacht“ „Und weiter?“ „Also das betrifft diverse Zähne. Ich habe auch eine provisorische Krone die neugemacht werden muß…Es erfolgte auch vor der Zahnärztin durch eine Andere eine völlig falsche Behandlung des Zahnes 14 dadurch wurde erst die Brücke nötig. Ich bin auch damit überfordert jetzt hier am Telefon das Alles aufzuzählen deswegen bat ich auch um einen persönlichen Beratungstermin.“ Sie unwillig und angenervt: „Ich weiß garnicht was ich Ihnen da sagen soll. Sie Haben doch ein Gutachten, was gemacht werden muß. Man kann nur Hoffen und Wünschen. [Vermutlich ein von ihr standardmäßig verwendeter Spruch] Ich weiß selber nicht…wir haben 3500Zahnärzte. Was soll ich da machen? Ich kann Ihnen auch keinen sagen.“ (Aber genau dafür wollte ich in Wirklichkeit den Termin). „Ja aber ich weiß garnicht mehr was ich machen soll wenn seit 2009 ausschließlich falsche Behandlungen stattfinden.“ (Ich verwendete extra nicht das Wort „Straftaten“ um den Ball flach zu halten) „Wurzelbehandlung da gibt es Endodontologen die können auch schwierige Zähne behandeln kostet aber viel Geld“ „Ja bei einem Endodontologen da war ich Zahn 25“ „Und der hat Das auch nicht richtig gemacht?“ „Doch wohl ja. Hat aber sinnlos die Hälfte vom Zahn weggeschliffen. Der sagte zu mir >Hat die die Schraube schief reingehauen sowas hab ich ja noch garnicht gesehen< dabei war die garnicht schief, das habe ich gesehen auf der DVT und auf den Röntgenbildern“ „Also zu dem wollen Sie auch nicht mehr hingehen?“ „Nein kann ich ja nicht“
Also gut ich gebe Ihnen einen Termin“ (Es folgte die Terminvereinbarung. Dabei verlangte die Mitarbeiterin, daß eine aktuelle OPG=Röntgenaufnahme aller Zähne mitgebracht werden muß. Ich: „Ich habe keine Aktuelle. Aber geröngt worden bin ich auch genug, das ist auch nicht das Problem.“ (Sie sagte ja selbst zuvor: „Sie haben doch ein Gutachten, was gemacht werden muß“) Sie bestand dennoch darauf daß ich eine OPG vorher Anderswo machen lasse und mitbringe.
Es ging doch aus meinen Worten hervor, daß ich keine zahnmedizinische Beratung brauche, sondern daß mal jemand „der bei den Zahnärzten Was zu sagen hat“ meine Angelegenheit in die Hand nimmt (mir Jemanden empfiehlt und vorher mit dem spricht) damit der „Pfusch in Serie“ aufhört. Aber ich willigte ein überflüssigerweise eine OPG anfertigen zu lassen. Denn sonst hätte ich nicht den Termin bekommen. „Also dann am… um …Uhr“ „Ja danke bis dann Frau [Name]„

Ich entschied dann, ohne aktuelle OPG zur KZV-Beratung zu gehen, weil: Lediglich weitere Kosten und Strahlenbelastung. Denn ich hatte keinerlei Bedarf daß mir gesagt wird was gemacht werden müßte. Sondern daß jemand Verantwortung übernimmt damit etwas richtig gemacht wird. Daß eine neue Brücke 13-15-17 nötig ist, steht bereits im Mängelgutachten, das plante ich mitzunehmen. Daß die provisorische Krone des 25 ersetzt werden muß wird jedem Zahnarzt sofort klar. Daß die Wurzel des 27 kontrolliert werden muß weiß ich selbst/dessen Behandlungsunterlagen hätte ich mitgenommen usw.)

Da ich mir sicher war zwischenzeitig einen zuverlässigen Tip für einen Zahnarzt (der auch m i r hilft) erhalten zu haben entschied ich mich, diesen KZV-Termin abzusagen, denn ich hatte dadurch nicht mehr den nötigen inneren Druck um bei der KZV mein Ziel zu erreichen. So kommt es eben manchmal. [Der „zuverlässige Tip“ erwies sich als Fehlschlag: „Neue Zahnbrücke…“7/2015]
Ich hatte ohnehin Angst daß es nur sinnlose Rederei wird, die mich erneut verletzt hätte, in der Art von: „Sie kommen wohl mit keinem Zahnarzt klar?“ Oder man hätte mich womöglich ohne aktueller OPG kurz abgefertigt. Von diesen Leuten kenne ich bisher ausnahmslos die Reaktion der Härte. Einlenken zu erwarten, also hier: Daß die KZV mich einem Helfer(einem korrekten Zahnarzt) zuweist war vermutlich ohnehin lediglich eine naive Hoffnung von mir. Und das grundsätzliche Problem: Ich kann das was dieser ZA dann sagt und machen will nur sehr eingeschränkt beurteilen, bin weitgehend ausgeliefert (Beitrag „Arztpraxis…/ .2014) „Montag 9.20“ wurde mir angeboten/vereinbart. Wohl ein Termin wo kein anderer Patient dagewesen wäre……die KZV weiß ja nicht daß ich fast Immer ruhig und freundlich bin. Viel z u freundlich. Andere Patienten würden in meiner Situation mit der Faust auf den Tisch hauen oder wären nach dem Ausmaß an zugefügter sadistischer Gewalt längst ausgerastet. Oder hätten resigniert. (Ich kotze mich eben in diesem Blog aus)

Terminabsage: Wie immer rief ich (einige Tage nach der Terminvereinbarung) mit eingeblendeter Handynummer an. Ans Telefon ging eine (andere) Dame die sich völlig unfreundlich, regelrecht ruppig meldete, einfach durch die Art wie sie sich mit ihrem Namen meldete. Jedem ratsuchenden Patienten rutscht gleich das Herz in die Hose. So macht man Leute klein. Ich sagte den Termin also wie geplant ab und Das wars.

Ein früheres Telefonat mit der KZV-Berlin in anderer Sache(ich wollte am Telefon allgemeine Auskünfte über einen erhaltenen Heil- und Kostenplan bekommen) verlief ganz ähnlich….

Mein Eindruck: Wer eine persönliche Beratung in den Räumen der KZV-Berlin möchte wird möglichst erstmal abgewimmelt. Dabei klingt das auf der Website alles ganz toll mit dem Angebot einer Patientenberatung im persönlichen Gespräch. In Wirklichkeit soll der Patient Probleme Anderorts, mit irgendeinem Zahnarzt usw. lösen. Mir ist nicht klar, für welche Fälle dann eine persönliche Beratung überhaupt gedacht ist, denn dieses Schema läßt sich auf jegliches auf der KZV-Website geschilderte Problem anwenden:patientenberatungkzvberlinWenn die Beratungsstelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin ihre Patienten am Telefon so „empfängt“ werden Viele sich garnicht bis zu einer persönlichen Beratung durchkämpfen können auch Jene die Eine bräuchten. Das bedeutet für die KZV weniger Arbeit. Und Patienten die sich so unerwünscht fühlen werden vermutlich dann auch häufiger Termine absagen oder einfach nicht erscheinen, und können in der Folge als „unzuverlässig“ abgekanzelt werden.

Eine für Außenstehende erschreckend mitleidlose Branche, jede Falsch- oder Kaputtbehandlung bietet einfach dem nächsten Zahnarzt die Basis für Umsatz und Gewinn. Auch Gutachterhonorare landen bei Zahnärzten. Irgendein Verantwortungsgefühl oder eine auch nur entfernt „ärztliche Haltung“ habe ich bei diesen Kontakten bei der KZV nicht gespürt. Weils so schön paßt: Welt am Sonntag 26.Juli 2015: „Die Kassenärztlichen Vereinigungen(KV) handeln selten im Interesse der Patienten“ , Link zum Zeitungsartikel: Wie die KVen die Praxen in Deutschland verteilen

 

 

 

2 Gedanken zu „KZV Patientenberatung: Bericht

  1. Sehr geehrter Herr Steffens,
    wie Sie in den einleitenden Sätzen schreiben, fänden Sie es besser, wenn ein Bild von wirklichen Patienten bei der KZV eingestellt worden wäre. Nun sicherlich wäre dies etwas greifbarer, wenn auch dies nie jemand wissen würde. Es ist schlichtweg einfacher und billiger eine Lizenz für ein passendes, bereits vorhandenes Bild zu erwerben als ein aufwendiges Casting mit anschließenden Shooting zu organisieren. Um Gelder zu sparen, befürworte ich dieses Vorgehen.
    Da ich bereits das Wort Lizenz erwähne: Die Einbindung von Bildern anderer Homepages ohne Quellenangabe ist aus urheberrechtlicher Sicht kritisch zu bewerten – insofern Sie keine Lizenz für deren Geistiges Eigentum besitzen.
    Mit freundlichem Gruß

    Antwort: Ja richtig die KZV soll mit dem Geld der Krankenversicherungen sparsam umgehen.
    Das können die KZV-Mitglieder ggf. aus einem anderen Topf finanzieren, zB selbst bezahlen. Deren Einkommensverhältnisse sind ja überwiegend so schlecht nicht: Eine -in diesem Blog besprochene- aufs Lausigste arbeitende Person kann sich noch die Mitgliedschaft in einem der angesagtesten Unternehmerclubs Berlins leisten. Mit zigtausenden Euro Aufnahmegebühr und tausenden(?) Euro pro Jahr Beitrag um Mitglied bleiben zu dürfen.
    Man braucht aber garkein aufwendiges=teures Casting betreiben und Fotos wie geklont, um Vertrauen bei Patienten zu schaffen.

  2. hallo, lieber Wolfgang Steffen, ich lese gerade den Kommentar von „Zahn“ zum lizenzierten Bild. Mal abgesehen davon, dass es „sofern“ heißen muss und nicht „insofern“ redet der Kommentator ziemlichen Quatsch. Es geht nicht um „geistiges Eigentum“, denn darunter versteht man Texte und nicht Fotos. An Fotos gibt es das Persönlichkeitsrecht, das beim Abgebildeten liegt und das Urheberrecht ,das beim Fotografen liegt (Genaugenommen „liegt“ es da nicht, sondern derjenige hat das Recht inne, es handelt sich um den „Rechteinhaber“). Als Inhaberin vieler urheberrechtliche geschützter Fotografien kann ich Ihnen sagen: hätte man ein Foto eines tatsächlichen Patienten (sozusagen „aus dem Volke) genommen, hätte man dieses kostenlos bekommen und kostenlos ins Netz stellen können. Der Abgebildete muss einverstanden sein, das ist wichtig, wegen der Persönlichkeitsrechte am Foto. Ein glücklicher Zahnpatient wird sehr gerne strahlend in eine Kamera lächeln und auch gar nichts dagegen haben, sich öffentlich zu zeigen.
    1. Heutzutage ist es selbst einem Laien möglich, ein einigermaßen gutes Foto anzufertigen, so dass auch hier kein Problem wäre. Wie gesagt: hier steht KOSTENLOS gegen Lizenzgebühr. Und diese Lizenzgebühren für ein Foto, wie es hier von der KVZ offensichtlich – am Thema vorbei – veröffentlicht wurde, sind teilweise ziemlich teuer.
    2. Das größere Problem ist sicherlich: Wo finden Sie denn einen glücklichen Zahnpatienten?????? Bei der systematisch auf kostenintensive Folgebehandlungen abgestellte Sauerei die diese Spezies abliefern, werden Sie einen solchen kaum finden. Ich nehme stark an, das hierin das Problem besteht, dass man keine „glückliche Berliner Zahnpatientin“ auf ein Foto bannen kann (…) . Hingegen will man die Vielzahl von Geschädigten gar nicht erst an die Öffentlichkeit lassen – das wären aber wohl ehrlichere Fotos von Zahnpatienten – wer weiß dies besser als Sie.
    Ich freue mich sehr, auf Ihre Seiten gestoßen zu sein. Warum? Das erkläre ich Ihnen gerne privat. LG

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