Falschbeschuldigung durch Patientin?

Ich stieß in einem Psychologiebuch zufällig auf die kurze Fallschilderung einer psychisch kranken Zahnpatientin. Auch wenn eine Patientin offensichtlich psychisch gestört ist, können ihre Vorwürfe an den Zahnarzt selbstverständlich zutreffend sein. Der erste Teil der interessanten Fallschilderung fallschilderung besteht zT noch aus üblichem selbstgerechtem Zahnarztschrieb: „….Patientin beschäftigt….seit etwa 15 Jahren mehrere Praxen und Kliniken.“ Wurden ihre Probleme am Ende als teilweise „psychogen“ hingestellt, weil Niemand helfen konnte/wollte? Die erwähnten 200 Zahn-Termine bei verschiedenen Institutionen bedeuten in dem Zusammenhang Garnichts, ich selbst hatte bisher 60 bei div. Zahnärzten für eine einzige Zahnbrücke, GANZ OBEN „Roter Faden“. Die Texte auf dem Anrufbeantworter legen dann aber sehr nahe, daß die Patientin neben ihren Zahnschäden auch einen ebenso ausgeprägten, vermutlich seit Langem bestehenden Dachschaden hat.
Aber es fragt sich: „Wer war zuerst da – die Henne oder das Ei?“ Psychische Störung können auch erst Resultat langwieriger Fehlbehandlungen sein, also Folge andauernder Schmerzen, Wut, Angst, Ungewißheit usw. (Beitrag „..Suizidversuch…“5/2014) Falls eine psychische Störung schon vor Behandlungsbeginn bestand, bedeutet Das natürlich nicht zwangsläufig, daß Vorwürfe automatisch unzutreffend sind!
Sind Arztbeschuldiger besonders häufig psychisch gestört? In meinem Blog geht es in erster Linie um Vorsatztaten von Ärzten. Ärzte können sich „geeignete“ Opfer in der Regel in aller Ruhe auswählen und sind dabei über deren sämtliche Erkrankungen besser informiert als andere Straftäter. Sie wissen wir sich schlecht artikulieren kann oder ängstlich ist, wer bei der Polizei eher nicht ernst genommen werden würde, oder wer keinen sozialen Rückhalt hat. Patienten sind per Definition krank und schwach – also genau so, wie auch andere Täter sich ihre Opfer wünschen. Mit dem Unterschied, daß andere Täter nichtso viele Informationen über ihre Opfer und Gelegenheiten haben wie ein Arzt. Daß Ärzte, weil Spezialisten fürs Heilen, auch Experten fürs Schädigen sind, führte ich bereits an anderer Stelle aus. Insbesondere fürs verborgene und nicht nachzuweisende Schädigen. Aufgrund ihrer Ausbildung und Berufstätigkeit wissen Ärzte auch besonders gut, wie und wodurch man Menschen besonders wirksam traumatisiert. Ein Traumatisierter kann zB nur massiv erschwert Hilfe bekommen oder eine brauchbare Anzeige/Zeugenaussage zustande bringen. Ärzte sind dementsprechend mehrfach „prädestiniert“ dafür, ungestraft zB mißhandeln zu können. Wird der von einem Arzt vorsätzlich mißhandelte dann wegen seiner Anzeige von Arztkollegen absichtlich nicht behandelt oder sogar falsch (=Tatwiederholung ) und erlangt der -was die Regel ist- auch keine juristische Genugtuung(zB Schmerzensgeld), dann wird der im Laufe der Zeit eben oft psychisch krank, falls er es vorher noch nicht war.
Dies ist ein Ausschnitt der Gründe dafür, weshalb sich möglicherweise unter jenen die Ärzte anzeigen mehr psychisch Gestörte befinden, als unter jenen die wegen was ganz Anderem Anzeige erstatten(zB wegen Autodiebstahl). Es wäre also ein Fehler, bloß wegen einer womöglich höheren Quote von „Gestörten“ unter Denjenigen die Ärzte anzeigen, deren Anzeigen weniger Ernst zu nehmen. Genau Das dürfte jedoch der Fall sein. Aber wer will es Kripobeamten verdenken, wenn Die gestörten Anzeigeerstattern seltener glauben schenken? Ärztliche Täter profitieren Davon, da deren Opfer wie Oben gezeigt besonders häufig psychisch gestört sein dürften, spätestens nach der Tat/ den Taten.
Zur Behandlung: Ob im abgebildeten Fall eine erfolgreiche Zahnbehandlung trotz der psychischen Störung möglich gewesen wäre ist völlig offen! Es wurde kein einziger Zahn erhalten, Alle gezogen, und alle Versuche einer Prothesenversorgung waren nach Auskunft der Patientin erfolglos. Es ist unbekannt, wann die psychischen Störungen der Patientin erstmals auftraten. Und unbekannt, wie die Behandler auf diese ab einem Zeitpunkt vermutlich sehr unbequeme Patientin reagierten. Wurde professionell erkannt, ob und wie mit ihr dennoch erfolgreich gearbeitet werden kann? Oder wurde lediglich mit Härte und Strafe auf „störrisches Verhalten“ geantwortet? Aus meinen Erfahrungen würde ich eher Letzteres vermuten, und es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn dann ab irgendeinem Zeitpunkt, zT aus Wut, wissentlich so gearbeitet wurde, daß die Patientin immer wieder Mängel reklamieren mußte. Diese hunderte Termine waren in der Summe sehr einträglich. Nicht nur wenn man bedenkt, daß neben den tatsächlich erbrachten Leistungen nicht selten von Zahnärzten dabei auch nicht-erbrachte Leistungen abgerechnet werden und Niemand würde bei Abrechnungskontrollen einer „Gestörten“ mehr glauben als den Behandlern.
Wie kamen die 12 stationären Aufenthalte(also incl. Übernachtung/en) in der Zahnklinik zustanden? Das Psychologiebuch zitiert diesen Fall lediglich als Beispiel für „Somatisierung“ = die Patientin rede sich deren Zahnprobleme ein. Wurden diese 12 Aufenthalte also durch Wahngeschichten der Patientin, also indem sie Ärzte täuschte, bewirkt? Das spräche nicht für das Urteilsvermögen der Klinikärzte und der Überweiser dorthin. Oder wurden die 12 stationären Behandlungen jeweils sehenden Auges von den Ärzten aus finanziellen Gründen „durchgezogen“? Und wie verhielt sich Das bei den offenbar dutzenden oder gar hunderten weiteren allesamt nicht-psychologischen Terminen?
Natürlich sind nicht nur Kriminalbeamte frustriert über Anzeigen von Falschbeschuldigern. Sondern auch Anwälte, wenn die von ihren Mandanten so „gelinkt“ werden. In der Weise frustriert war womöglich mein damaliger „R“echtsanwalt „R“, der 2011 für die von mir angezeigte Zahnärztin S, und für die von mir verklagte Zahnklinik X log. Also jeweils gegen meine Interessen log. (Detailliert in „Fachanwalt…“2/2014)
PS: Anrufe ähnlich dem Anrufbeantwortertext, zB „Mein Kopf hängt nurnoch mit einem kleinen Stück am Körper“ usw. erhielt ich auch schon. Ich riet einem mich wiederholt anrufenden Patienten, er solle Fotos machen und an Zeitungen mailen, die würden über krasse Fälle sicher umgehend berichten, und mir bei der Gelegenheit möglichst auch gleich Eines mailen. Ich hörte nie mehr Was von ihm, vielleicht konnte ich zu seiner Selbsterkenntnis beitragen.
Sie interessiert auch: „Arztpraxis Ort für das perfekte Verbrechen“2/2014
Fallschilderung entnommen aus: Fiedler, P. (1999). Dissoziative Störungen und Konversion, S. 244. Weinheim: Beltz PVU.

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