Ermittlungen Schüsse Benjamin-Franklin-Klinikum 2016

Als ich die Schreckensnachricht hörte (Patient erschoss in Klinik seinen Arzt) war mein erster Gedanke: „Was haben die mit dem zuvor gemacht?!“ Mein zweiter Gedanke war: „Oder ist das ein Verrückter gewesen?“ Die bis heute einzigen Ergebnisse zum Motiv wurden schon am Tattag veröffentlicht: Der Todesschütze sei wohl krankheitsbedingt völlig verzweifelt und dadurch wie verrückt gewesen.  Weiß die Polizei mittlerweile mehr, will aber über das Thema nicht mehr berichten, damit niemand auf dumme Ideen gebracht wird? Denn wenn über „spektakuläre“ Straftaten berichtet wird, finden sich leider oft Nachahmer , so auch beim Neuköllner Rolltreppentreter.  Aber dann müßte man auch dem bekannten Charite-Gerichtsmediziner Dr.Michael Tsokos verbieten, seine Leichen in seinen true-crime-Bestsellern zu „verwursten“ (Beitrag „Gerichtsmedizin…“11.Oktober 2015) Denn dessen Bücher bringen mit Sicherheit viele Leute auf dumme Ideen. Und helfen Kriminellen dabei, nicht erwischt zu werden. Oder veröffentlicht die Polizei neue Erkenntnisse(sofern vorhanden) nicht, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern? Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Informationen, weil die Arbeit von Ärzten ohne Ausnahme alle betrifft.
1.:  Medienberichte darüber gab bis zum übernächsten Tag(28.7.2016) massenhaft, aber alle inhaltlich nur knapp mit immer gleichen Spekulationen, so zB der Berliner Tagesspiegel und RBB-online . Kurze Zusammenfassung der Berichte: Ein Arzt, der unter Kollegen ein hohes Ansehen genieße, wurde von seinem durch schwerste Mundhöhlen-Tumorerkrankung vermutlich um den Verstand gebrachten langjährigen Patienten erschossen. Der 72jährige Deutsche Rainer B.(Rentner) wohnte allein in einer Zweizimmerwohnung im Mehrfamilienhaus in Berlin-Spandau und schoss mehrfach mit einem Revolver unbekannter Herkunft, besaß keinen Waffenschein. Zuvor habe er seelenruhig im Wartezimmer gesessen. Das Opfer: Mund-Kiefer- und Gesichtschirurg Herr Dr.Thomas P. , 55 Jahre. Spezialgebiet Tumore im Mundhöhlenbereich, seit 22 Jahren an der Charite. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder, ein früheres privates Foto des Arztes wurde veröffentlich. Fotos des Todesschützen nicht, nur von dessen Wohnhaus usw. siehe Bild-Zeitung Täter Rainer B. erschoss sich noch am Tatort selbst. Wie bei derartigen Gewalttaten üblich waren sofort Live-Fernsehkameras vor Ort, die auf allen Kanälen berichteten.
2.:  Im www findet sich kein einziger Bericht mehr nach dem 28.7.2016! Erst überschlagen sich die Medien mit Ankündigungen „es müsse nun alles genau untersucht werden“, „hier sind viele Fragen offen“, auch Klinik und Polizei kündigten Aufklärung an, und nach 48 Stunden endgültig Funkstille! Weil ich mehr wissen wollte, fragte ich einige Wochen später bei der Klinik und beim rbb-Fernsehen nach. Und jetzt Mai 2017 nochmals, jetzt auch bei der Polizei. Es kam Nichts bei raus:
2a)  Anfragen an C H A R I T E
Meine Anfrage an die Charite am 11.8.2016: (über Kontaktformular Charite-Website)
„Sehr geehrter Herr Dolderer, ich will als Erstes mein Mitgefühl mit den Opfern der Bluttat in Steglitz(Schüsse) mitteilen. Wird tatsächlich fälschlicherweise darauf verzichtet, die Hintergründe aufzuklären, oder die der Öffentlichkeit mitzuteilen? Es war wohl weniger Rache als Verzweiflung“ Dieser Satz von Hr.Dr.Ulrich Frei ist sinnfrei: Verzweiflungstaten werden auch aus Rache begangen. Welchen Sinn macht der Verweis auf die „Schweigepflicht“? Wessen Persönlichkeitsrechte sollen geschützt werden, und in wie fern? Dem Patienten war klar, daß seine Bluttat seine Krankengeschichte in die Öffentlichkeit bringen wird, höchstwahrscheinlich war das gar eines der Ziele der Tat. Und: Die Charite braucht der Öffentlichkeit garnicht die Täteridentität preisgeben. Einem öffentlich bekannten Todesschützen wäre es in jedem Falle auch egal, wenn jetzt seine Krankenakte über seine Kieferbehandlung öffentlich wird! Die Öffentlichkeit hat ein berechtigtes Informations-Interesse am vollständigen Behandlungsverlauf. Wird nicht informiert, öffnet sich der Raum für Spekulationen was dort eigentlich los ist bzw. los war. Auch wenn eine noch so schlimme Behandlung (Spekulation) nicht dazu führt, daß man eine Tötung gutheißen dürfte. Natürlich kann der Durchschnittsbürger Behandlungsinfos nicht sachkundig beurteilen. Informativ wäre es dennoch, falls Behandlungsfehler stattfanden, darauf folgende langjährige starke Schmerzen dann in Falschgutachten als „psychisch“ beiseite geschoben wurden, und womöglich dann noch eine Schmerzensgeldklage nach Jahren scheiterte/ zusätzlicher finanzieller „Ruin“. (Spekulationen) Daß eine Arzt dem Anderen bescheinigt, daß der „hochangesehen“ sei -wie jetzt lt. allen Medienberichten über den Getöteten- Das kennen wir ja schon. Und was soll das heißen, daß der Pistolenschütze dort „langjährig“ in Behandlung war? Langjähriges Engagement der Ärzte, oder langjährige Schlamperei? Diese Nachfragen/Aufklärung sind trotz der außerordentlich traurigen(!) Geschehnisse nötig. Mit freundlichem Gruß W. Steffens Berlin www.zahnkaufmann.de“ [Fettdruck/Unterstreichungen für diesen Blog]

Antwort der Charite am 12.8.2016:
„Sehr geehrter Herr Steffens, vielen Dank für Ihre Anfrage. Es handelt sich bei dem von Ihnen beschriebenen Fall um ein laufendes Verfahren. Die Ermittlungen werden von der Polizei geleitet. Deshalb müssen wir Sie bitten, sich mit Fragen zu ggf. neuen Erkenntnissen dorthin zu wenden.
Vielen Dank vorab und freundliche Grüße
i.A. C. Czerwonka
Assistentin der Geschäftsbereichsleitung Unternehmenskommunikation
Charitè-Universitätsmedizin Berlin“
[fette Hervorhebung von mir]

Meine Nachfrage an die Charite am 11.5.2017:
An: Unternehmenskommunikation@charite.de
Betreff: Aw: AW: Kontaktformular – Bleibt Vorgeschichte der Steglitz-Schüsse geheim?
„Sehr geehrte Frau Czerwonka,
ich habe seitdem Nie irgendwas in den Medien gehört über das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens. Können Sie mir bitte das Ergebnis mitteilen, vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Steffens www.zahnkaufmann.de“

Antwort der Charite am selben Tag:
Sehr geehrter Herr Steffens,
vielen Dank für Ihre erneute Anfrage. Wie bereits geschrieben, werden die Ermittlungen nicht von der Charité – Universitätsmedizin Berlin geleitet. Deshalb
müssen wir Sie wiederholt bitten, sich mit Fragen zu ggf. neuen Erkenntnissen an die Polizei zu wenden.
Vielen Dank und freundliche Grüße
i.A. C. Czerwonka“
[fette Hervorhebung von mir]
Ich fragte die Charite daraufhin am selben Tag nach Aktenzeichen und der zuständigen polizeilichen Dienststelle, erhielt keine Antwort.

b) Anfragen an RBB – FERNSEHEN
Meine Anfrage an das RBB-Fernsehen am 11.8.2016 von zahnkaufmann@gmail.com
war praktisch eine Wiederholung meiner Anfrage an die Charite vom selben Tag / oben „2a“, ergänzt mit  „….vielleicht melden sich andere Patienten, die an diesem Klinikum Ähnliches erlebten, und den Arzt aus den Berichten wiedererkennen. (Spekulation)“

Antwort des RBB am 15.8.2016:
Sehr geehrter Herr Steffens, der tragische Vorfall vom 26.07.2016 auf dem Benjamin Franklin Campus hinterlässt mehr Fragen als zurzeit an Antworten vorhanden sind. Wir können Ihre Ansicht, dass das viel Raum für Spekulationen eröffnet, gut nachvollziehen.
Dass die Behandlung des Oberarztes evtl. mit Schuld daran sei, dass der Patient ihn erschossen habe, ist eine These, der die untersuchende Staatsanwaltschaft ggf. nachgeht.
Ihr Interesse und Ihre Anteilnahme an dem Fall spiegeln sich in Ihren Fragen wieder.
Wir versichern Ihnen, dass der rbb darüber berichten wird, falls es neue Erkenntnisse gibt.
Freundliche Grüße
[Name]“[fette Hervorhebung von mir]

Meine Nachfrage am 11.5.2017 von zahnkaufmann@gmail.com:
Betreff: Ermittlungsstand? (Schüsse 26.7.2016 Benjamin Franklin Campus)
„Hallo, ich habe Nie mehr etwas über diese Tat gehört/Motive?? (Patient erschoss seinen Kieferchirurgen) Wäre schön wenn Sie mal über den Ermittlungsstand in der Abendschau berichten. Grüße, Wolfgang Steffens Fischerinsel Berlin www.zahnkaufmann.de“

Antwort des RBB am 17.5.2017:
Sehr geehrter Herr Steffens,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Wir haben Ihre E-Mail als Anregung, über eventuell neue Erkenntnisse zu berichten, direkt an die Abendschau-Redaktion weitergeleitet.
Freundliche Grüße
[Name]“

c) Anfrage an die berliner P O L I Z E I (über „Onlinewache“/ dortige Rubrik „Ich habe eine Frage“) Meine Anfrage an die Polizei Berlin am 13.5.2017:
Sehr geehrte Damen und Herren von der Polizei Berlin, können Sie Auskunft geben über Ermittlungergebnisse „Schüsse am Benjamin Franklin Krankenhaus 26.7.2016“ ? (erschossener Kieferchirurg) Es gibt seit drei Tagen nach der Tat Nichts mehr im WWW oder in anderen Medien. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Steffens
-Bisher ohne Antwort-

3.:  Natürlich hätte die Polizei sofort die Patientenkartei des Täters von der Klinik verlangen müssen, mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das versäumt. Und selbst falls die Polizei die Kartei sofort verlangte, wurde eine sofortige Herausgabe sehr wahrscheinlich durch die Klinik vereitelt. ZB mit der Behauptung, das gehe insbesondere unter diesen Umständen nicht so schnell. Jedenfalls konnte die Klinik auch falls die Polizei noch am Tattag Druck gemacht hat (was völlig unwahrscheinlich ist) leicht zur Not auch auf die Schnelle „Problematisches“ entfernen (möglicherweise vorhandene Beschwerde- oder Drohbriefe des Rainer B., oder anderes Verfängliches) Also: Die Polizei hatte sowieso praktisch keine Chance, eine vollständige unmanipulierte Patientenkartei des Todesschützen Rainer B. zu bekommen. Eine zuverlässige Aufklärung des Motives des Todesschützen ist damit unmöglich. Wurde die Wohnung des Täters nach Behandlungsunterlagen durchsucht? Wurde dabei Gefundenes mit Unterlagen der Klinik abgeglichen? Wurde das Vorleben des Todesschützen untersucht und gibt es darin Anhaltspunkte für Verrücktheit? Fiel er vor der Tat anderweitig auf, außer daß er lt. Zeitungen womöglich ein sogenannter „Einzelgänger“ war? Davon tut ja die überwältigende Mehrheit nie Irgendjemandem was. Hinterläßt er Hinterbliebenen/Bekannte und wurden die über seine Behandlung und allgemeine Geistesverfassung befragt? Gibt es Anhaltspunkte dafür, daß er unter Wahnvorstellungen oder zeitweiligem Kontrollverlust osÄ litt? Oder war der Todesschütze bis zur Tat weitestgehend unauffällig und unbescholten?(Spekulation) Wenn ein bis zum 72. Lebensjahr halbwegs normaler unauffälliger Mensch sowas macht, ist es fraglich, daß der verrückt war. Aber nur ein Verrückter erschießt -auch wenn er noch so verzweifelt ist- jemanden der versucht hat ihm zu helfen. Wer sich illegal eine Waffe beschafft, dann einen Arzttermin vereinbart, sich dann (laut anderer Patientin) ruhig und unauffällig ins Wartezimmer setzt, der scheint planvoll und abgeklärt zu sein. Also nicht wirr, unkontrolliert oder allgemein agressiv wie ein Verrückter. Also auch das spricht dagegen daß der Todesschütze verrückt war. Hätte er sich nicht selbst erschossen (würde er also noch leben) , so hätte man ihn womöglich für schuldfähig erklärt und verurteilt wegen Mordes (Mordmerkmal „Heimtücke“) mit anschließender Haftverschonung wg. Krankheit. Was ist also dran an der These seiner angeblichen „Verrücktheit“?
4.:  Mein erster Gedanke war, ob der Patient vom Erschossenen in irgendeiner Form über die Jahre massivst fehlbehandelt oder mißhandelt worden war. (Spekulation) Ich erlitt selbst zB in einer universitären Zahnklinik vorsätzliche Körperverletzungen durch mehrere Personen gemeinschaftlich, meine Behandlungsakte verschwand danach sofort und endgültig (Beitrag „Körperverletzung…“ 25.November 2014) , insofern würde ich mich über Garnichts wundern. Ich fühle mich deshalb gegenüber dem Täter trotz seiner schlimmen Bluttat verpflichtet, zur Aufklärung beizutragen.  Auch wenn ich wenig mehr tun kann, als nachzufragen. [Lesen Sie allgemein zum Problem der fortdauernden, wiederholten Gewalt durch Ärzte die beiden umfangreichen Beiträge „Wer veranlaßt Gewaltserien…Teil 1“ 14.Januar 2016 und „Wer veranlaßt gegen mich die Gewaltserie Teil 2“ 1.Februar 2016.] Nach wiederholten ärztlichen Mißhandlungen (oder Behandlungsverweigerungen oder absichtlichen Fehlbehandlungen) ist teilweise schon allein die Aussicht stark beängstigend, irgendwann erneut behandelt werden zu müssen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, daß Ärzte fast nie juristisch für vorsätzliche Körperverletzung zur Rechenschaft gezogen werden können, siehe zB Beitrag „Soll ich meinen Arzt anzeigen?“ 26.April 2016. Weil man fast nie den  Vorsatz nachweisen kann. Daß also vorsätzlich mißhandelnde Ärzte in der Regel leider bis zum Sankt Nimmerleinstag unbehelligt weitermachen können, an immer neuen Patienten. Dazu gehört zB auch das sinnlose Ziehen von Zähnen oder das sinnlose Erneuern von Zahnfüllungen etc. Haben die Todesschüsse eine kriminelle Vorgeschichte, die niemand außerhalb der unmittelbar Tatbeteiligten erfahren wird? (Spekulation) Oder weiß die Polizei zwar mehr, aber die Öffentlichkeit soll nicht mehr erfahren? Falls Rainer B von seinem Chirurgen mißhandelt worden war, so erreichte er mit seinen Todesschüssen -anders als mit einer Strafanzeige- , daß sein Chirurg sowas Nie mehr tun kann. Falls es vor der Bluttat Straftaten vom Erschossenen gegen den Todesschützen gab, so könnten daraus Alle lernen. Vor allem jedoch Kollegen, falls die -wie branchenüblich- bei Kollegen“fehlern“ wegsahen oder/und nicht rechtzeitig einschritten (Spekulation) . Außerdem würden womöglich laufende Klagen oder Anzeigen anderer Patienten gegen den getöteten Chirurgen (Spekulation) in neuem Licht erscheinen. Falls der Getötete sich bei anderen Patienten was hat zu schulden kommen lassen, worüber ich Nichts weiß.
Oder ist der erschossene Chirurg Herr Dr.Thomas P ein fürchterlich armer Mensch (erschossen!) , und ging dadurch ein wertvoller Chirurg und Menschenretter verloren? Das ist dann fürchterlich traurig. Man denke auch an die schreckliche Belastung einer Vielzahl von Ärzten usw. (nicht nur derjenigen die die Schüsse miterlebten) für deren zukünftige Arbeit.  Oder war er Menschenretter u n d Straftäter? /  Spekulation.
Indem man die Behandlungsakte und auch alle sonstigen Ermittlungen offenlegt, schützt man alle Rechtschaffenen. Die Funkstille dient keinem einzigen anständigen Arzt.
Siehe Fortsetzung im nächsten Beitrag:
Weil der Todesschütze tot ist wurden die Ermittlungen eingestellt. So ist das laut Strafprozeßordnung. Auf jegliche weitere Aufklärung wird dann „per Gesetz“ verzichtet.

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